Petroliumlampe: Eine Blinddarm-Operation brachte den „Durchbruch“

Petroleumlampe, jeder kennt sie , doch keiner weiss etwas von ihrer „Geschichte“! Offiziell ist weder das Jahr der Erfindung noch der Erfinder bekannt! So muss nicht nur nach Erdöl ( engl. Petroleum), sondern auch in der Geschichte dieser Lampe „gebohrt“ werden!

 

 

 

Hand auf Herz: Kennen den Erfinder der sogenannten Petrolium-Lampe? In der Recherche findet man schließlich den polnischen Pharmazeuten Ignacy Lukasiewicz (1822-1882) – der sich durch seine Destillation des Erdöls und des sogenannten „Runddochts“ einen Namen machte. Um einen sauberen Brennstoff zu erhalten, begann er in Lemberg klares, dünnflüssiges Petrolium herzustellen und entwickelt zusammen (vermutlich 1852) mit dem Blechschmied Adam Bratkowski die erste Petroliumlampe. Wie meist in der Geschichte, spielt „Meister Zufall“ die Hauptrolle: Am 31. Juli 1853 wurde Łukasiewicz abends in das Krankenhaus von Lemberg gerufen, um mit einer seiner Petroleumlampen bei einer Blinddarmoperation für Licht zu sorgen. Vom hellen, sauberen Licht beeindruckt, bestellte das Krankenhaus bei Lukasiewicz mehrere Lampen und 500 Liter Petroleum. Jetzt ging allen ein Licht (Petroliumlicht) auf! In Oktober 1853 zug Lukasiewicz in die Stadt Gorlice und 1854 erleuchten die die ersten Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen das Städtchen.

Petroleumlampen bestehen – wie vor 100 Jahren – meist aus Glaszylinder, Docht, Brenner und Tank. Dank des sogenannten Kapillarwirkung steigt das Petrolium im Docht nach oben. Der Docht ist oft durch einen Zahnradantrieb im Brenner höhenverstellbar. An diesem freien Ende des Dochtes im Brenner vergast das Petroleum und kann angezündet werden.
Der Brenner hält den Docht und führt nur soviel Luft zu, dass die Flamme weiß und hell brennt. Zu wenig Luft lässt die Flamme rußen, zu viel Luft führt zu einer blauen Flamme, die als Lichtquelle ungeeignet ist.
Petroleumlampen haben gegenüber Kerzen den Vorteil größerer Helligkeit und des sehr viel billigeren und längeren Betriebes. Übrigens: Je nach Tankgröße leuchten Petroleumlampen mit einer Füllung bis zu 20 Stunden.

 

Nach Anpassungen am Brennstoff, am Brenner, am Docht und am Zugglas (Lampenglas, Lampenzylinder) zur Überwindung des Rußens und der Geruchsbelästigung, lösten Petroleumlampen innerhalb kurzer Zeit zum Verkaufsschlager. Es gibt auch noch immer Dochte zu kaufen, d.h. auch alte Lampen können repariert und weiter betreiben werden.  Weitere Infos:  hier!

Petrolium oder Lampenöl – der tatsächliche Unterschied erfahren Sie  demnächst hier!

Fotos: Warrlich (3), Petromax (2), Von Andrzej Grabowski (1833-1886) – przeniesiony z http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Ignacy_Lukasiewicz.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=296855

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